Erwerbslosen-Spiel

Arbeitsmarkt-Rallye - Erwerbslosigkeit ist kein Spiel!

Vorbereitungen zur Erstellung des SpielsSeit 1997 veranstalten das Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und das Amt für kirchliche Dienste der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Kooperation mit dem DGB Hessen ein mal im Jahr ein mehrtägiges Kulturseminar für Erwerbslose. Im Jahr 2003 fand die Veranstaltung vom 22. bis 25. Juli in Gelnhausen statt. Im Mittelpunkt stand wieder die kreative und inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema Erwerbslosigkeit.

Das Konzept für das diesjährige Seminar hieß: Arbeitslosigkeit als Spiel. Dabei entwickelten wir mit den Teilnehmer*innen ausgehend von persönlichen Erfahrungen, Veränderungsideen und gesellschaftlichen Realitäten ein Spiel, das mit lebenden Figuren als Event auf Veranstaltungen oder in Fußgängerzonen gespielt werden kann.

Zunächst stand nur die Grundidee fest: verschiedene gesellschaftliche Gruppen wie zum Beispiel Erwerbslose, Arbeiter*innen, Unternehmer*innen oder Politiker*innen stellen sich den erdachten Ereignissen und können dabei durchaus die Position wechseln – vielleicht wird der Politiker nicht mehr gewählt und somit arbeitslos, vielleicht muss die Erwerbslose ihr Glück als Unternehmerin versuchen? Arbeitslosigkeit soll nicht - wie so oft - als "Persönlichkeitsmerkmal" zugeschrieben werden, sondern als möglicher Schicksalsschlag für alle und gleichzeitig aber auch veränderbar und überwindbar erlebt und wahrgenommen werden.

Erwerbslosen-Spiel bei der PräsentationBei der Vorbereitung war es gar nicht so leicht, Spielkonzept und Seminarkonzept zu trennen. Zu sehr kribbelte es uns in den Fingern und wir mussten uns bremsen, nicht schon vorab ein eigenes Spiel zu entwerfen. Ein kleiner Balanceakt, nicht zu viele Vorgaben zu machen, und dennoch den Rahmen abzustecken und Material auszuwählen und zu besorgen, damit in der Kürze der Zeit tatsächlich aus der Idee ein Spiel werden konnte. Spannend war für uns, was die Teilnehmer*innen aus unserer Grundidee machten, wie sie Ideen zusammentrugen, eigene Pläne und Visionen einbrachten, und schließlich zu erleben, wie durch die kreative Teamarbeit das Spiel zu wachsen begann und bei jedem neuen Durchspielen immer mehr Gestalt annahm. Aktuelle Lösungskonzepte wie die "Hartz-Vorschläge" und "Agenda 2010" wurden dabei unter die Lupe genommen und kritisch diskutiert, die Ergebnisse wurden zum Beispiel in Form von Ereigniskarten in das Spiel eingebracht.

Innerhalb von zweieinhalb Tagen intensiver politischer und kreativer Auseinandersetzung entstand so das Spiel mit dem Titel "Arbeitsmarkt-Rallye" - ein flexibler Parcours, der an immer wieder neuen Orten aufgebaut und präsentiert werden und auch leicht nachgebaut werden kann. Die erste Aufführung fand am letzten Seminartag statt, wo ein Spieldurchlauf Presse, geladenen Gästen und interessierter Öffentlichkeit vorgespielt wurde. Die Arbeitsmarkt-Rallye stieß auf große Resonanz und regte zu Diskussionen an.  

Das Spiel kann mit Hilfe der Bauanleitung einfach nachgebaut werden oder auch beim Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung (s.u.) für Veranstaltungen etc. gegen eine Spende ausgeliehen werden. Zum kostenlosen Download steht Ihnen hier die Dokumentation des Kulturseminars "Erwerbslosigkeit ist kein Spiel" zusammen mit der Bauanleitung des im Seminar entstandenen Spiels "Arbeitsmarkt-Rallye - wie gewonnen, so zerronnen" zur Verfügung. (Druckhinweis: die Druckversion ergibt eine Broschüre im DinA5 Format bei doppelseitigem Ausdruck auf DinA4)