Begegnung und Netzwerke

Beschäftigungsprojekt für Langzeiterwerbslose

Gruppe des Beschäftigungsprojektes vor fertiger WandgestaltungKönnen wir mit Arbeitsgelegenheiten (sogenannten Ein-Euro-Jobs) ein Projekt stricken, das Selbstbewusstsein, Eigeninitiative und Selbstwirksamkeit fördert? Kann mit diesem Instrument, was Menschen statt einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz nur eine Beschäftigungsmöglichkeit mit Aufwandsentschädigung bietet, ein Freiraum für Entwicklung und soziale Teilhabe ermöglicht werden? Vor dieser Herausforderung standen wir in der Arbeitsloseninitiative Gießen e. V. im Jahr 2008. als wir das Projekt "Begegnung und Netzwerke" entwickelten, das dort nun seit 10 Jahren erfolgreich durchgeführt wird.

Kernstücke des Projektes sind einerseits das Empowerment-Konzept und die Verankerung der Arbeitsgelegenheit in einer Initiative, die Raum für Begegnung, Engagement und politische Betätigung bietet. Kernstücke sind andererseits auch die Vernetzung und Kooperation mit anderen Trägern, Initiativen und gemeinnützigen Gruppen durch gemeinsame Projektarbeit. So ermöglicht das Projekt den Teilnehmenden, sich an kreativen und politischen Aktionen zu beteiligen, diese aktiv mit vorzubereiten und dort Kontakte zu Kooperationspartner*innen zu knüpfen. Dabei können handwerkliche, künstlerische - aber auch kaufmännische und publizistische Fähigkeiten erlernt und eingesetzt werden.

In der Projektarbeit arbeiten die Teilnehmenden wie im Team einer kleinen Firma zusammen und erarbeiten präsentationsfähige Ergebnisse. Das Projekt ermöglicht den Teilnehmenden so, sich mit ihren Belangen und Anliegen einzubringen und ihre Fähigkeiten zu präsentieren. Dadurch kann Selbstwirksamkeit erfahren werden, die widerum aufs eigene Leben weiterwirkt. Bei Veranstaltungen und Präsentationen stellen sich Erwerbslose nicht als Bittsteller sondern als Mensche dar, die aktiv etwas geschaffen haben. Im Rahmen der Projektarbeit wurden Filme erstelllt, Theaterstücke entwickelt und aufgeführt, Skulpturen und Bilder für verschiedenste Träger und Einrichtungen erarbeitet, Ausstellungen verwirklicht, Filmveranstaltungen organisiert, Spiele und Materialien für die Altenhilfe entwickelt, Broschüren veröffentlicht und vieles mehr.   

Ergänzt wird diese aktive Projektarbeit durch bedarfsorientierte Schulungen und sozialpädagogische Unterstützung bei allen Problemlagen, die die Langzeitarbeitslosigkeit mit sich bringt.